Für ein drogenfreies Europa

(KL) – Europa, das sind nicht nur Haushalts-Debatten, politische Schachzüge, virtuelles Armdrücken zwischen den Regierungschefs der Mitgliedsstaaten, sondern Europa, vor allem das Strassburger Europa der demokratischen Werte ist noch viel mehr. So erhielt gestern das Projekt „Juvente – Sober is sexy“ den 5. Europäischen Drogen-Präventionspreis der Pompidou-Gruppe des Europarats in Strassburg verliehen. Und plötzlich schimmerte es wieder durch, das Europa der Werte, das Europa der Jugend, das Europa der sinnvollen Inhalte!
Juvente, der Preisträger, ist Teil einer internationalen Jugendbewegung, die Jugendlichen im Alter von 12 bis 27 Jahren die Möglichkeit bietet, sich in den Bereichen Selbstständigkeit, Persönlichkeit und Verantwortungsbewusstsein weiter zu entwickeln. Vor allem dadurch, dass die Jugendlichen die Stärke finden, „Nein“ zu Drogen zu sagen. Ohne, dass dabei mit dem moralischen Zeigefinger der Älteren gewedelt wird, sondern mit erfreulicher Frische und einer Ansprache, auf die Jugendliche einsteigen können.
Kein Wunder, dass dem Europarat dieses Projekt auffiel. Der Europarat vergibt seit 2004 zweimal pro Jahr diesen Preis an Projekte, die sich auf besondere Weise gegen die Drogenabhängigkeit engagieren. Wie notwendig dieser Kampf, aber auch ein solcher Preis ist, erkennt man daran, dass „Juvente“ unter nicht weniger als 83 Projekten ausgewählt wurde.
Und irgendwie passt Juvente auch hervorragend zu den Zielen des Europarats. So kann man auf der Website des Projekts nachlesen: „Wir setzen uns für ein unabhängiges Leben ein und arbeiten für ein Umfeld, in dem alle Menschen friedlich und tolerant miteinander leben und sich frei entfalten können.“ Wow. Da waren sie wieder, die Werte des humanistischen Europas! Und weiter steht dort: „Wir leben bewusst alkohol- und drogenfrei und bieten gleichgesinnten Jugendlichen eine Plattform, ebenfalls frei und unabhängig zu leben. Durch internationale Lager und Seminare hat man die Möglichkeit, bei uns neue Leute aus ganz Europa kennen zu lernen und viele neue Kontakte zu knüpfen.“
Im Grunde kann man zu diesem Preis gleich mehreren Stellen auf die Schulter klopfen. Zum einen den Jugendlichen, die sich selbst im Kampf gegen Drogensucht organisieren, dann dem Europarat, der mit diesem Preis den Projektträgern die Anerkennung gibt, die man als Projektträger braucht, um sich nachhaltig zu engagieren und letztlich auch dem „Strassburger Europa“ – denn an dieser Stelle wird einmal mehr deutlich, worum es in Europa wirklich geht. Um Menschen und deren Sorgen und Probleme, ihr Leben und ihre Zukunft. Ein schöner Kontrast zum Europa des Shareholder Value, des Derivatehandels und der Bankenherrschaft.





